We prepare everything ...
FORMAT54 Würfel-Logo
Porträt einer Frau in Togo, fotografiert von Michael Junges
← Zum Blog#Close-Up

Was Schönheit wirklich ist, lernte ich in Afrika

Mein Job ist es, Geschichten in Bilder zu verwandeln. Meistens heißt das: Sets, Licht, Kampagnen – Bilder, die Marken gut aussehen lassen. Und dann stand ich plötzlich fast zehn Stunden lang in einem 40 Grad heißen Operationssaal in Lomé, Togo. Neben mir ein Ärzteteam, das Menschen operierte, die jahrelang auf diesen Tag gewartet hatten.

Ich war mit einer Frage gekommen: Was ist Schönheit? Ich bin mit ganz anderen Antworten zurückgekommen.

Schönheitistrelativ.
Porträt eines Jungen in Burundi
Burundi

Mehr als Giraffen und Löwen

Wenn viele an Afrika denken, sehen sie Safaris, Savanne, Sonnenuntergänge. Für mich ist Afrika etwas anderes: Es sind die Menschen.

Das habe ich zum ersten Mal in Kenia gespürt. Dort besuchte ich Waisenhäuser – und traf Kinder, die kaum etwas besaßen und mir trotzdem mit einer Offenheit und Freude begegneten, die ich so nicht kannte. Von da an wusste ich: Ich komme wieder.

In Togo begleitete ich dann zum ersten Mal Dr. Daniel Sattler und sein Team. Er ist Plastischer und Ästhetischer Chirurg an der Beta Klinik in Bonn und hat die Stiftung Beta Humanitarian Help gegründet. Ehrenamtlich reisen Ärztinnen, Ärzte und Pflegekräfte in Länder, in denen medizinische Versorgung oft nur denen vorbehalten ist, die sie sich leisten können. Dort operieren sie Menschen mit Fehlbildungen, Verbrennungen oder Tumoren.

Ich durfte sie mit der Kamera begleiten – nach Togo, Burundi und Uganda. In Orte, die auf keiner Reiseroute stehen.

Kinder in einem Waisenhaus in Kenia
Kenia: Hier hat alles angefangen.

Die Kamera als Filter

Leicht war es am Anfang nicht. Man sieht dort viele Menschen, die dringend Hilfe brauchen – und diese Eindrücke muss man erst einmal verarbeiten. Ich habe immer gesagt: Die Kamera ist mein Filter. Durch sie konnte ich hinschauen, wo man sonst vielleicht wegsehen würde.

Umso glücklicher macht es mich, wenn diese Menschen Hilfe bekommen. Für mich ist das bis heute einzigartig. Und ein Herzensprojekt: zu zeigen, was dort geleistet wird – und wie viel Lebensfreude in den Menschen steckt.

Ein Mann, den ich nie vergessen werde

Ein Familienangehöriger hatte ihn aus Neid mit Säure überschüttet. Über 80 Prozent seines Körpers waren verätzt. Man würde erwarten, dass so jemand verbittert ist. Doch was dieser Mann nie vergessen hat, war Dankbarkeit. Dankbarkeit dafür, dass es Menschen gibt, die ihm helfen.

Er war so glücklich und voller Tatendrang, dass ich nur dachte: Wahnsinn. Selten hat mir jemand so deutlich gezeigt, wo Schönheit wirklich herkommt.

Was ich mitgenommen habe

Die Menschen, die ich getroffen habe, besitzen oft fast nichts. Und trotzdem habe ich selten so viel Lachen, Wärme und Stolz erlebt. Arm und Reich liegen dort so nah beieinander, dass es mich bis heute nachdenklich macht.

Diese Reisen haben mich Demut gelehrt. Sie haben mir gezeigt, was wirklich zählt. Und sie haben verändert, wie ich Menschen vor der Kamera sehe: Schönheit ist keine Frage von Symmetrie oder Filtern. Sie steckt in Haltung, in Ausstrahlung, in Geschichten.

Genau diese Geschichten möchte ich weitererzählen – mit Fotos und Filmen, hier bei uns.

„Mit der Frage „Was ist Schönheit?“ wollte ich nicht eine Antwort finden, sondern möglichst viele.“

— Michael Junges

Being Beautiful

Aus diesen Reisen entstand die Idee zu „Being Beautiful“, einer Dokumentation über die Frage, was Schönheit ist – von der rekonstruktiven Chirurgie in Afrika bis zur ästhetischen Chirurgie in Europa und den USA.

Aber eigentlich geht es nicht um den Film. Es geht um die Menschen, die ich treffen durfte. Und um alle, die Beta Humanitarian Help möglich machen.

Hilfe, die ankommt

Mehr über die Arbeit von Dr. Daniel Sattler und seinem Team erfahren Sie direkt bei der Stiftung.

Zu Beta Humanitarian Help